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02. Juni 2022

 

Denkmalbeirat besucht das Altbau Beratungs- und Informations Zentrum in Grünberg

 

Eine Exkursion des Denkmalbeirats im Landkreis Gießen führte kürzlich nach Grünberg. Ziel war das

Gebäude des zukünftigen Altbau Beratungs- und Informationszentrums (AlBIZ) in der Barfü.ergasse 5.

Im Fachwerkhaus aus dem Jahr 1444 wird zukünftig das Beratungszentrum für alle Geb.udeeigentümer

sein, die ältere Häuser fachkundig und unter ökologischem Aspekt sanieren möchten. Hier werden nach

Abschluss der anstehenden Sanierungsarbeiten auf ehrenamtlicher Basis moderne und nachhaltige

Methoden und Materialien von Fachleuten vorgestellt und Basisinformationen rund um die

Gebäudesanierung angeboten.

Das AlBIZ ist ein Projekt des Landkreises Gießen, das Gebäude befindet sich im Besitz der Stadt

Grünberg. Der Förderverein AlBIZ wird in der Zukunft, wie schon bisher, Veranstaltungen zu Themen

wie Altbau, Gebäudesanierung und CO-2-Einsparung organisieren.

Anlässlich der vermutlich bevorstehenden Ausschreibung für die Sanierungsarbeiten besuchten nun

Mitglieder des Denkmalbeirats das Gebäude. Der Architekt Thomas Jungherr, der die Sanierungsarbeiten

plant, betreut und koordiniert, führte das Gremium sachkundig durch das vermutlich älteste Haus

Grünbergs. Hierbei konnte er grundlegende Erläuterung zum derzeitigen Gebäudestatus und weiterer

Planungen geben.

Die Vorsitzende, Susanne Gerschlauer, freute sich, die neue Bezirkskonservatorin Dr. Hannah Völker vom

Landesamt für Denkmalpflege Hessen in der Runde begrü.en zu dürfen. Sie war gemeinsam mit Barbara

Steuernagel von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises vor Ort. Auch Jannis Jansen,

Büroleitung des Dezernenten Christian Zuckermann, war zugegen.

Die neunköpfige Gruppe erfuhr interessante Details zur baulichen Vergangenheit des Hauses.

Ursprünglich war beispielsweise der Eingang des ehemals als Hallenhaus konzipierten

Fachwerkgebäudes im Giebel zur Barfü.ergasse hin angesiedelt, ähnlich wie im Nachbarhaus

Barfü.ergasse 3. Durch zahlreiche Umbauten und Umnutzungen in den vergangenen mehr als 500 Jahren

änderte das Haus sein Gesicht. Neue Nutzungen und Modernisierungen bis ins 20. Jahrhundert prägten

vor allem das hochgelegene Erdgeschoss. Für die Umsetzung zum Beratungszentrum AlBIZ werden in

der Zukunft ebenfalls Umbauten vorgenommen. Diese sind mit den baulich vorgeschriebenen Auflagen

für WC, Wasseranschluss, Strom, Barrierearmut sowie mit weitergehenden Nutzungsräumen, wie Büros

oder Vortragsräume, verbunden. Hierbei sollten die Eingriffe in die vorhandene Bausubstanz so gering

wie möglich gehalten werden. So ist vorgesehen, die beiden zur Straße gelegenen Räume im Erdgeschoss

weitgehend in der Anmutung des frühen 20. Jahrhundert zu belassen, jedoch als moderne Büror.ume

umzuwidmen.

Der ehemals für Lager- und Handelszwecke dienende hallenartig hohe Raum im Erdgeschoss, der über

den heutigen Eingang erreicht wird, soll in der Zukunft u.a. als Vortragsraum dienen. Um den

Hallencharakter wieder herzustellen, wird der Fußboden auf das Originalniveau abgesenkt werden. Die

mächtige, im Raum stehende hölzerne Stütze der Deckenkonstruktion wird dann wieder in angemessener

Weise zur Geltung kommen.

In den Räumen des Obergeschosses werden u.a. Demonstrationsflächen für die fach- und

denkmalgerechte Fachwerksanierung und weitere Elemente der Gebäuderestaurierung entstehen. Dabei

wird in den Flächen anschaulich, dass die ursprüngliche Bauweise auch heutigen ökologischen Aspekten

genügte. Heutige Anforderungen, wie beispielsweise verschiedene Möglichkeiten fachgerechter

Dämmung von Fachwerkbauten, werden dann im Gebäude gezeigt werden.

Die Gruppe der Denkmalschützerinnen zeigte sich sehr angetan von den zahlreichen originalen Bauteilen

vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Der Denkmalbeirat wird die Sanierungsarbeiten mit großem

Interesse begleiten und freut sich auf den Abschluss der Arbeiten, wenn das AlBIZ feierlich eröffnet

werden kann.